Feuerwehr Pertolzhofen

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Berichte aus Zarnekau

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Bericht aus der Ostholsteiner Zeitung

Reisegruppe aus Pertolzhofen schlug über Pfingsten ihr Quartier in Ostholstein auf. Seit 29 Jahren dörfliche Freundschaft
Diese Verbindung und Kameradschaft sei einzigartig. Zu dieser Überzeugung kam Richard Fleck, Kreisbrandmeister aus dem bayrischen Landkreis Schwandorf, am Ende eines viertägigen Aufenthaltes in Zarnekau (Gemeinde Süsel). Fleck gehörte zu einer 21-köpfigen Reisegruppe aus der Oberpfalz, die über Pfingsten in Ostholstein ein Unterhaltungs- und Informationsprogramm absolvierte. Vor allem aber wurde eine vor 29 Jahren begründete Freundschaft zwischen zwei Dörfern vertieft.

Es existiert keine Partnerschaftsurkunde oder schriftliche Absichtserklärung. Trotzdem gibt es zwischen Zarnekau und dem 400-Einwohner-Dorf Pertolzhofen seit 1982 regelmäßig gegenseitige Besuche. Diverse private Verbindungen sind gewachsen. Die Blaskapelle "Edelweiß" aus Pertolzhofen war seither bei allen großen Festen in Zarnekau vertreten, die Zarnekauer Feuerwehr bei allen großen Festen in dem Dorf in der Oberpfalz.

Das jüngste Treffen über Pfingsten war von den Spitzen der beiden Feuerwehren vorbereitet worden. Neben Pertolzhofenern mit dem Kommandant (Wehrführer) Herbert Laubmann und dem Vorstand (Vorsitzender des Feuerwehrvereines) Michael Turban an der Spitze gehörten mit Richard Fleck und Ferdinand Duschner zwei Kreisbrandmeister zu den Gästen, die von der Funktion her einem Gemeindewehrführer in Norddeutschland gleichen.

Zum Programm gehörte eine zweistündige Tagung bei der Eutiner Feuerwehr, in der die Oberpfälzer nicht nur den Fuhrpark der Kreisstadt-Feuerwehr kennenlernten, sondern auch das auf Löschbezirken basierende Alarmierungsprinzip. So werden zum Beispiel in der Gemeinde Süsel bei einem Notfall ab einer bestimmten Größenordnung immer vier Feuerwehren gleichzeitig gerufen.

Im Landkreis Schwandorf gibt es dagegen sogenannte Stützpunktfeuerwehren, die für einen Bezirk zuständig sind, in dem es etwa 15 weitere, kleine Feuerwehren gibt. Bei jedem Notfall werden die örtliche Wehr und die Stützpunktwehr alarmiert.

Dieses Prinzip werde sich auf Dauer nicht anwenden lassen, weil die Freiwilligen der Stützpunktwehren über Gebühr beansprucht würden, sagt Richard Fleck aus Teunz, der auch für Pertolzhofen zuständig ist. Mit der geplanten Einrichtung von Regionalleitstellen im Landkreis Schwandorf biete sich an, über andere Alarmierungssysteme nachzudenken, ergänzte Ferdinand Duschner (Neunburg vorm Wald). Und dazu holten sich die beiden Kreisbrandmeister Anregungen aus Ostholstein, auch im Gespräch mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Ostholsteins, Torsten Plath.

Zum weiteren Besuchsprogramm zählten Ausflüge nach Fehmarn und Lübeck, die Zarnekauer und Gäste gemeinsam unternahmen, außerdem gab es einen Begrüßungsabend, einen gemütlichen Abend im Garten einer alten Bauernkate und ein Abschlussfest in einem Zelt am Dörphuus. Dabei wurde Bier aus einer oberpfälzer Privatbrauerei getrunken, gesungen und getanzt und mit dem Auftritt des Zarnekauer Dudelsack-Spielers Dr. Detlef Walter auch noch eine schottische Note gepflegt. Eine plattdeutsche Ansprache steuerte der Ehrengemeindewehrführer aus Griebel, Artur Ahrens, bei. Er war ebenso wie der Süseler Bürgermeister Dirk Maas, der Grußworte sprach, schon einmal mit Zarnekauern in Pertolzhofen.

Organisiert worden war das Programm von Oliver Schröder noch während seiner Amtszeit als Zarnekauer Wehrführer. Schröder und Maik Kramp, seit Anfang April neuer Wehrführer, erhielten Gastgeschenke aus Pertolzhofen.

Wie immer war auch einer der Väter der dörflichen Freundschaft vertreten: Dieter Denker-Gosch. Der Zarnekauer Berufskraftfahrer hatte in Italien den Kollegen Erwin Rötzer aus Pertolzhofen kennengelernt. Diese Begegnung führte zum ersten Besuch von Pertolzhofenern im Jahr 1982 in Zarnekau.








Neuer Wehrführer in Zarnekau


Eine dicke Überraschung hielt die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Zarnekau am Sonnabend parat: Eine knappe Mehrheit der 22 stimmberechtigten Aktiven versagte dem 40-jährigen Oliver Schröder die Wiederwahl als Wehrführer. Sein Nachfolger soll mit dem Ende der Amtszeit im April der bisherige stellvertretende Wehrführer Maik Kramp (31) werden.

35 Gäste verfolgten im Dörphuus eine knappe Wahl in zwei Gängen. Da laut Satzung eine Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten erforderlich war, musste einer der Bewerber mindestens zwölf Stimmen bekommen. In geheimer Abstimmung votierten im ersten Wahlgang elf Feuerwehrleute für Schröder, zehn für Kramp, einer enthielt sich. Im zweiten Wahlgang "kippte" die Mehrheit: Kramp erhielt zwölf Stimmen, Schröder neun.

Der Windkraftanlagen-Techniker trug die Entscheidung mit Fassung, wünschte seinem Nachfolger viel Glück. Er war ganz offensichtlich der Kandidat der jungen Aktiven der Wehr. Junggeselle Kramp, der bei einer Sanierungsfirma tätig ist, kündigte an, dass er wegen der neuen Aufgabe das Amt des Jugendwartes abgeben werde. Dieser Posten soll ebenso wie die Funktion eines stellvertretenden Wehrführers in einer neu einberufenen Sitzung vergeben werden.

Vor der Wahl hatte Süsels Bürgermeister Dirk Maas an die Wehr appelliert, jede Wahlentscheidung kameradschaftlich zu tragen. Ähnlich stellte Dorfvorsteherin Bärbel Krauskopf fest, dass zwei Wehrführer-Kandidaten ein "Luxus-Problem" darstelle, weil es viele Wehren gebe, in denen es schwer sei, nur einen Bewerber zu finden. Sie sei zuversichtlich, dass die Anhänger des unterlegenen Kandidaten mit dem Wahlergebnis leben könnten, eine Demokratie erfordere Kompromisse. Und: "Dieses Dorf hat immer gezeigt, dass es Entscheidungen gemeinsam tragen kann. Tragt das Ergebnis mit Würde."

Nach der Wahl hielt die Versammlung eine herausragende Ehrung parat: Joachim Langbehn, der Vorgänger von Oliver Schröder, wurde aus dem aktiven Dienst verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt. Zugleich erhielt er die Spange für 30 Jahre Feuerwehrdienst. Für 20 Jahre wurden Henning Abel, Maik und Manuel Kramp geehrt, für zehn Jahre Dennis Abel, Henrik Klempien und Marek Kramp, zum Oberfeuerwehrmann wurde Jan Petersen befördert.

In seinem Jahresbericht hatte Schröder von sieben kleineren Einsätzen im vergangenen Jahr berichtet. Wie immer habe die Wehr diverse Feste ausgerichtet, als größ tes das jährliche Ringreiten an Himmelfahrt.

Zarnekau und seine Feuerwehr lieferten ein Gesamtbild, wie es sich ein Bürgermeister nicht schöner wünschen könne, hatte Dirk Maas in seinem Grußwort festgestellt. Dabei habe die Wehr die Zeichen der Zeit erkannt und pflege Kontakte über die Gemeindegrenzen hinweg. Gemeindewehrführer Kai Nagel erinnerte an die Truppmann-Ausbildung, die im Frühjahr für die Gemeindewehr in Zarnekau stattgefunden habe. Ihre Verbundenheit mit den Zarnekauern bekundeten Dieter Fischer (Gemeindewehr Kassedorf), Claus-Henning Prüß (Feuerwehr Griebel), Heino Kreutzfeldt (Gemeindewehr Eutin), Ralf Klesny (Feuerwehr Neudorf) und Jürgen Fischer (Griebeler Sportverein).

Seit über 25 Jahren pflegt die Feuerwehr mit weitern Ortsvereinen eine Partnerschaft mit der Feurwehr Zarnekau in Schleswig Holstein.

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