Feuerwehr Pertolzhofen

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Kirchweihgeschichte

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Pertolzhofen.. In früheren Zeiten war der Ort im Murachtal ein gut besuchter Wallfahrtsort. Das Einzugsbiet reichte weit über das heutige Dekanat Neunburg-Oberviechtach hinaus und bis nach Böhmen hinein.

Bereits im ausgehenden Mittelalter ist die Wahlfahrt zur schönen Maria von Pertolzhofen nachweisbar. Im 16. und 17. Jahrhundert nahm die Wallfahrt zum Gnadenbild der heiligen Maria in Pertolzhofen immer mehr zu. Die damalige kleine Kirche konnte die große Anzahl der Wallfahrer nicht mehr fassen. Deshalb entschloss man sich 1697 zum Umbau und Vergrößerung der Wallfahrtskirche. Die Barokkirche sollte das große Denkmal des aussterbenden Geschlechts der Pertolzhofer werden.
Am ersten Wochenende im Oktober fand jeweils aufgrund der Fertigstellung der Kirche im Jahre 1699 die Hauptkirchweih statt. Im Jahre 1799 bereitete sich die Kirchengemeinde Pertolzhofen auf das hundertste Jubiläum vor. Zu diesem Zweck wurde die Kirche von dem in unserer Gegend bekannten Kirchenmaler Merz aus Neunburg ausgemalt. Der Edle von Gradl schenkte der Kirche eine sehr wertvolle Monstranz aus Silber und Gold mit Halbedelsteinen. Bereits Jahre zuvor wurde Kontakt mit dem Heiligen Stuhl in Rom Verbindung aufgenommen. Der Vollkommene Ablaß ist für Pertolzhofen urkundlich nachweisbar. Auf dem Rundschreiben heißt es: „Zu mehreren Beförderung dieser frommen Absicht habe seine päpstliche Heiligkeit Pius VI nicht nur allen Christgläubigen diese ganze Oktav hindurch nach abgelegter reumütiger Beichte, empfangener heiliger Kommunion und allada nach Meinung der christkatolischen Kirche verrichteten gewöhnlichen Gebet mit 7 Vater unser und Ave Maria, dann den christlichen Glaubensbekenntnis hier in den Tagen einen Vollkommenen Ablaß gnädlichst verliehen, daß selbe wie zur Zeit eines anderen Jubiläi sowohl die einfachen Gelübde der Beichtenden in andere gottgefällige Werke umändern, selbst jenen, welche sonst nur dem apostolischen Stuhle vorbehalten waren.“
Dieses päpstliche Schreiben enthält mehr als die im allgemeinen zu Übertreibung neigenden Überlieferungen. Neben dem vollkommen Ablaß wurde den Beichtvätern in Pertolzhofen noch weitere außerordentliche Vollmachten des heiligen Stuhls gewährt. Pertolzhofen musste damals einen außerordentlichen Ruf als Wallfahrtskirche gehabt haben. Die Festlichkeiten zum Kirchweihjubiläum begannen an Michaeli, den letzten Sonntag im September und endeten am ersten Sonntag im Oktober, der Hauptkirchweih in Pertolzhofen. Wegen des außerordentlich großen Andrangs wurden die umliegenden Pfarreien aufgefordert bestimmte Tage für Ihre Wallfahrt einzuhalten. Sie sollten in folgender Reihenfolge erscheinen: Sonntags Stadt Nabburg unter Führung des Dekans und Winklarn; Montag Altendorf und Schwarzhofen; Dienstag Schwarzenfeld und Schwarzach; Mittwoch Auerbach bei Nabburg; Donnerstag Dieterskirchen und Oberviechtach; Für Oberviechtach ist die Wallfahrt nach Pertolzhofen aufgrund eines Pestgelübdes von 1627 für 222 Jahre nachweisbar. Freitag Teunz, Tännesberg, Weidenthal und Pullenried, Samstag Thannstein und Sonntag Stadt Neunburg vorm Wald. Die Brücken oberhalb und unterhalb von Pertolzhofen hatten früher den Namen Frauensteg. Unsere Straße durch das Murchtal war eine Wallfahrtsstraße. Aufgrund des großen Andrangs dürfte ist es auch nicht anzuzweifeln sein das nach alten Überlieferungen über 20 000 Personen 1799 in Pertolzhofen zur Kirchweihwoche kommuniziert haben.

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